Gutachter für Schimmel- wer trägt die Kosten?

Gutachter SchimmelMöchte ein Mieter wegen Schimmel einen Gutachter beauftragen, um eine Wohnung hinsichtlich ihrers baulichen Zustands (Wärmebrücken, Wasserschäden,...) oder eines aktuellen Schimmelbefalls begutachten zu lassen, sollte er darüber informiert sein, unter welchen Bedingungen er die Kosten für den Gutachter dem Vermieter in Rechnung stellen kann. Denn grundsätzlich muss der Vermieter zunächst die Gelegenheit erhalten haben, die Wohnung selbst auf ihre baulichen Eigenschaften durch einen Gutachter auf Schimmel überprüfen zu lassen oder gegebenenfalls auch den Schimmelbefall entfernen zu lassen.

Daher ist immer der erste Schritt, wenn Schimmel in der Mietwohnung entdeckt oder vermutet wird: Informieren Sie den Vermieter. Dieser darf nämlich nicht durch die Beauftragung eines Gutachters für Schimmel vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Schimmelgutachten: Wer trägt die Kosten im Streitfall

Grundsätzlich wird der Vermieter die Kosten für einen Gutachter nicht bezahlen müssen, wenn er vor der Begutachtung weder über die Beauftragung eines Gutachters informiert wurde, noch Gelegenheit erhalten hat, die Wohnung selbst begutachten zu lassen. Ebenfalls dann wird er die Kosten für den Gutachter für Schimmel nicht bezahlen müssen, wenn der Mieter den Nachweis nicht antreten kann, dass seine Wohnung durch einen Schimmelbefall mit einem Mangel belastet ist. Dazu muss nachgewiesen werden, dass entweder erhöhte Konzentrationen von als gesundheitsgefährdend eingestuften Schimmelpilzen in der Raumluft nachgewiesen wurden, Schimmel sichtbar an den Wänden zu Tage tritt (belegt durch Fotographien oder Zeugen) oder etwa eine typische Geruchsbelästigung unzweifelhaft in der Wohnung vorliegt. Dieses dient dem Schutz des Vermieters.

Wenn der Mieter die Kosten des Gutachters bei Schimmel trägt

Wenn ein Schimmelbefall unzweifelhaft auf ein falsches Wohnverhalten des Mieters zurückzuführen ist, so wird auch der Mieter regelmäßig die Kosten für den Gutachter zu tragen haben. Aber als Vermieter sollten Sie trotzdem stets Vorsicht walten lassen, wenn es um die Folgekosten eines Schimmelbefalls geht. Denn es hat sich vor Gericht als sehr schwierig erwiesen, einem Mieter die ausschließliche Schuld an einem Schimmelbefall nachzuweisen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, den Mieter bereits vor dem Einzug über das richtige Heiz- und Lüftverhalten aufzuklären. Ebenso sollten Sie ihn stets über veränderte Anforderungen an das Wohnverhalten informieren, etwa nach dem Einbau von Isolierungsfenstern oder nach einer Wärmedämmung.

Ein Gutachter kann Streit zwischen Bauherr und Bauunternehmen eindämmen

Zwischen Bauherren und den beauftragten Bauunternehmen kommt es regelmäßig zu Rechtsstreitigkeiten wegen der Bildung von Schimmel in Neubauten. Hierbei wird oftmals von Seiten des Bauunternehmens behauptet, die Trocknung des Neubaus sei Angelegenheit des Bauherren. Dabei hat das ausführende Unternehmen gemäß Vertrag eine Sache ohne Mängel zu liefern- in diesem Fall einen Neubau ohne zu viel Feuchte. Doch gerade auf den heute üblichen Winterbaustellen und beim Bau von Fertighäusern wird oftmals nicht ausreichend Wert auf die Bautrockung gelegt. Die Kosten für einen Baugutachter zur regelmäßigen Überprüfung der Baustelle können sich daher für den Bauherren lohnen, wenn auf diese Weise frühzeitig gegen eine mangelnde Bautrocknung seitens der Baufirma vorgegangen werden kann. So lassen sich spätere Rechtstreitigkeiten und Verzögerungen am Bau vermeiden.

 

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