Der Einfluss der Temperatur auf Schimmel

Temperatur Schimmel, kalt Schimmel, warm SchimmelFür alle Schimmel stellt die Temperatur einen wesentlichen Faktor für das Wachstum dar. Grundsätzlich können wir festhalten, dass Schimmel in einem sehr weiten Bereich der mittleren Temperaturen wachsen- also zwischen ca. 0 und 60 °C. Dabei gibt es natürlich von Art zu Art Unterschiede, welcher Schimmel welche Temperatur bevorzugt. So sind die meisten Schimmel der Aspergillusgruppe eher wärmeliebend veranlagt und finden ihre Optimaltemperaturen zwischen 25 bis 35° C. Im Gegensatz dazu sind etwa Schimmel der Penicilingruppe auf niedrigere Temperaturen eingestellt, sie finden gute Wachstumsbedingungen bei einer Temperatur zwischen 20 und 25° C vor.

Der Einfluss der Temperatur auf die Luftfeuchtigkeit

Die Temperatur besitzt einen weiteren Einfluss auf das Wachstum von Schimmelpilzen, da sie die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Denn warme Luft ist in der Lage, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen als kalte Luft. Hieraus entwickelt sich ein klassiches Problem der Schimmelprävention: oft stehen Möbel zu dicht an den Außenwänden, deren Oberflächentemperatur natürlich unterhalb der Durchschnittstemperatur eines Raumes liegt. In der Folge wird der Temperaturausgleich zwischen der sich an der Oberfläche der Außenwand abkühlenden Luft und der übrigen Raumluft gestört (denken Sie sich etwa einen größeren Kleiderschrank als Barriere). Schimmel wachsen in Wohnräumen bevorzugt an den Stellen, die ein größeres Feuchtigkeitsniveau auzfweisen.

Temperatur, Schimmel und Gesundheit

Die Temperatur beeinflusst aber nicht nur das Wachstum von Schimmelpilzen, denn sie greift noch auf eine andere Weise in den Stoffwechsel der Schimmel ein: Die gefährlichen Schimmelpilzgifte, die sogenannten Mykotoxine, werden je nach Art des Schimmelpilzes nur in einem bestimmten Temperaturspektrum produziert. Aber unabhängig davon, dass sie jeweils nur unter bestimmten Temperaturen gebildet werden, sind die fertig ausgebildeten Giftstoffe in der Folge sehr beständig gegenüber hohen Temperaturen. Aus diesem Grund ist das Abkochen schimmelpilzgiftbelasteter Speisen zwecklos und grundsätzlich nicht zu empfehlen.

Die Aspergillose- Schimmel unter Körpertemperatur

Ein weiterer gesundheitlicher Aspekt in puncto Schimmel und Temperatur betrifft die Aspergillose. Die wärmeliebenden Aspergillusarten infizieren hierbei den menschlichen Organismus und bilden Kolonien im Körper. Und unsere Körpertemperatur von durchschnittlich 36,5° C stellt für das Wachstum von Vertretern der Gattung Aspergillus ein Temperaturoptimum dar. Die Aspergillose befällt zumeist den Atemapparat und die Lunge, kann aber auch andere Organe infizieren. In den Körper gelangen die Pilzsporen zumeist über das Einatmen von belasteter Luft. Die Aspergillose stellt besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine Bedrohung dar.

 

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