Schimmelpilzgattung AbsidiaAbsidia – die fadenförmigen Schimmelpilze

Die Schimmelpilzgattung Absidia umfasst 21 Unterarten. Sie gehören zur Abteilung der Zygomycota (Jochpilze) und innerhalb dieser zur Ordnung der fadenförmigen Mucorales (Köpfchenschimmel). Für die menschliche Gesundheit bedeutend ist besonders die Art A. corymbifera, auch A. ramosa oder Mucor corymbifer genannt. Absidia haben typisch für Zygomycota ein unseptiertes Myzel. Dies bedeutet, dass die fadenförmigen Zellen nicht wie bei anderen Pilzarten durch Querwände getrennt sind.

Die birnenförmigen Sporangien der Mikropilze sitzen auf Sporangienträgern, die einzeln oder in Büscheln vorkommen. Die Sporen werden durch Platzen der birnenförmigen Köpfchen freigesetzt. Absidia kommen weltweit und ubiquitär vor, besonders im Staub und in der Erde.

Absidia bevorzugen Wärme

Schimmelpilze der GattungAbsidia bevorzugen Wärme. Die optimale Temperatur für ihr Wachstum liegt zwischen 25 und 34 Grad Celsius. Dabei sind sie noch bis 52 Grad Celsius vermehrungsfähig. A. corymbifera wächst optimal bei Temperaturen zwischen 35 und 37 Grad Celsius und bei einem pH-Wert zwischen 3,0 und 8,0. Es ist ein psychrotoleranter Organismus. Dies bedeutet, dass diese Spezies bei niedrigen Temperaturen überlebensfähig ist. Sie wächst jedoch nicht mehr unter 3 Grad Celsius. Einige Absidia-Arten wachsen besonders schnell. Die meisten von ihnen gelangen in angelegten Kulturen innerhalb von vier Tagen zur Sporenbildung. Dabei bilden sie einen gräulichen Belag, der mit seinen feinen Härchen an Wolle erinnert. In der Analytik können sie Probleme verursachen, weil sie die Kulturen anderer Gattungen im Wachstum leicht überflügeln.  

Absidia im Haushalt

Schimmelpilze der Gattung Absidia kommen im Grunde überall vor. Als zersetzende Organismen findet man sie vor allem auf Lagergetreide oder im Kompost. In Innenräumen sind sie schon im Staub und in der Luft nachgewiesen worden. Sie sind an der Zersetzung von Lebensmitteln beteiligt und führen besonders bei Obst und Gemüse, aber auch bei Zimmerpflanzen zur Fäulnis. Bei einer Luftfeuchte von über 65 Prozent können sie sogar Papier abbauen. Dieser Prozess wird durch eiweiß- oder stärkehaltige Leimsubstanzen sowie durch wenig gereinigten Zellstoff gefördert. Die Schimmelpilze dieser Gattung können zwar keine Kunststoffe zersetzen, sehr wohl aber deren Zusatzstoffe wie Weichmacher, Emulgatoren oder Bindemittel.

Gesundheitsgefährdung durch Absidia

Mykotoxine von Absidia sind nicht bekannt. Einige Arten lösen jedoch Allergien aus.  Die für die Gesundheit hervorzuhebende Art dieser Schimmelpilzgattung ist A. corymbifera. Jeder Mensch trägt sie auf der Haut und auf den Schleimhäuten. Bei gesunden Personen lösen sie keinerlei Beschwerden aus. Ist das Immunsystem jedoch durch eine Vorerkrankung geschwächt, wie z.B. bei HIV, Diabetes mellitus oder Mangelernährung, kommt es zu einer Pilzinfektion (Mykose), die tödlich enden kann. Schimmelpilzherde entstehen dabei auf der Haut, in den Schleimhäuten oder in den Organen. Sie wachsen in Blutgefäße ein und unterbinden die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Das betroffene Gewebe stirbt ab (Nekrose). Es kann sogar zu Thrombosen und Infarkten kommen.