Eurotium SchimmelpilzgattungEurotium – der trockenheitsliebende Schimmelpilz

Die Schimmelpilzgattung Eurotium ist die Hauptfruchtform des Schimmelpilzes Aspergillus. Im Gegensatz zu diesem pflanzt sich Eurotium demnach geschlechtlich fort. Der Mikropilz ist besonders in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Er gehört zu den xerophilen Schimmelpilzen, bevorzugt also trockene Standorte. Vornehmlich wächst er auf Pflanzen und gelagertem Getreide und ist im Erdboden sowie im Hausstaub zu finden. Einige Unterarten gehören auch in gemäßigten Breiten zu den häufigsten Schimmelpilzen der Umgebungsluft.

Wegen ihrer hohen Resistenz gegenüber Trockenheit und Säuren sind sie oft an der Fäulnis von Lebensmitteln beteiligt. Unterarten sind unter anderem E. harbariorum, E. repens oder E. halophilum.

Wachstum und Aussehen von Eurotium

Eurotium wächst in flaumig bis pudrigen Kolonien von gelber, grüner oder bläulich-grüner Farbe. Der Schimmelpilz bevorzugt trockene Standorte und toleriert für sein Wachstum einen Wassergehalt des Untergrundes von etwa 72 Prozent relativer Feuchte, wohingegen die meisten anderen Schimmelpilzarten erst ab einem Wert von über 80 Prozent relativer Feuchte wachsen. Die Konidiophoren (sporentragende Hyphen) besitzen weiche Wände und sind farblos bis blass-braun. Die Konidien (Sporen) sind kugelrund bis elliptisch und besitzen raue Wände. Als Vertreter der Schlauchpilze (Ascomycota) sitzen die Sporen in den schlauchförmigen Asci. Jeder Ascus schließt dabei acht der farblosen Ascosporen ein.

Eurotium im Hausstaub

Da Schimmelpilze der GattungEurotium trockene Standorte bevorzugen, reichern sie sich besonders gern im Hausstaub, in Matratzen, Polstermöbeln, Textilien, Tapeten, Papier, Leder oder auf Büchern an. Man findet sie auch an Decken, Wänden und auf Möbeln mit Oberflächenanstrichen wie etwa Harze oder Lacke. Besonders wohl fühlt sich der Mikropilz auch in Haustierkäfigen. Als Lebensmittelverderber findet man ihn vornehmlich auf Brot, Getreide, Erbsen, Reis, Trockenfrüchte oder auch auf Fleisch. Eurotium tritt nach längerem Befall von Aspergillus in Erscheinung, wenn die vorhandenen Nährstoffe eine Transformation in den sexuellen Status des Pilzes zulassen.

Gesundheitliche Beeinträchtigung durch Eurotium

Als Krankheitserreger kommen Schimmelpilze der Gattung Eurotium nicht vor, da an Infektionen nur ihre Nebenfruchtform Aspergillus beteiligt ist. Dies kommt daher, da die Wachstumsbedingungen bei einer Infektion die sexuelle Vermehrung von der Hauptfruchtform nicht zulassen. Einige Unterarten von Eurotium, so zum Beispiel E. herbariorum, bilden Mykotoxine wie das Ochratoxin. Dieses wird als krebserzeugend und erbgutschädigend eingestuft. Zudem wirkt es fruchtschädigend und greift das Immunsystem an. Man nimmt es mit Lebensmitteln wie Getreide, Wein, Bier, Kaffee, Kakao oder Traubensaft zu sich. In Deutschland wurde es in fast allen Proben menschlichen Blutserums nachgewiesen und auch in der Muttermilch gefunden. Seit 2002 sind in der Europäischen Union Höchstmengen des Giftes festgelegt.