Rhizopus SchimmelpilzRhizopus – der Gemeine Brotschimmel

Die Schimmelpilzgattung Rhizopus ist weltweit verbreitet. Sie gehört zur Abteilung der Jochpilze (Zygomycota). Rhizopus bildet seine Sporen folglich in jochförmigen Sporangien aus. Wurzelförmige Strukturen am Pilz verleihen ihm seinen Namen („rhizo“ ist der lateinische Name für „Wurzel“). Neben diesen weist Rhizopus auch Sprossen, sogenannte Stolonen, auf. Vertreter der Gattung kommen im Erdboden und auf pflanzlichem Material vor. Man findet sie auf Nüssen, Gemüse, Obst, Getreide oder in verschmutztem Wasser. Die Unterart R. stolonifer wächst oft auf Brot und wird auch der „Gemeine Brotschimmel“ genannt. R.oryzae findet man vornehmlich in den Tropen. In Indonesien, China und Japan nutzt man den Schimmelpilz zur Fermentation von alkoholischen Getränken.

Wachstum von Rhizopus

Kolonien von Rhizopus wachsen sehr schnell und bilden eine wollige Textur aus, die an Zuckerwatte erinnert. Das Myzel ist zu Beginn weiß und wird mit der Zeit gräulich bis braun. Manche Arten wachsen noch gut bei Temperaturen über 37 Grad Celsius. Die Sporen der Schimmel bleiben selbst bei sehr kalten Temperaturen bis -10 Grad Celsius keimfähig. Die Hyphen sind oftmals nicht separiert und werden mit einem Durchmesser von 6-15 Mikrometer sehr groß. Die Sporangienträger sind braun und unverzweigt. Sie können einzeln als auch in Clustern auftreten. Die Rhizoide bilden sich dort, wo die Sporangienträger mit den Stolonen zusammentreffen. Die Sporen sitzen an der Spitze ihrer Träger und sind rund mit flacher Basis. Sie sind eiförmig und oft dunkel gefärbt.

Rhizopus im Haushalt

Schimmelpilze der Gattung Rhizopus kommen häufig in Innenräumen vor. Man findet sie im Hausstaub, auf Holz und auf Lebensmitteln. So ist R. stolonifer als Gemeiner Brotschimmel weit verbreitet. Er wächst optimal bei 25-26 Grad Celsius und befällt generell Getreide, Backwaren und andere kohlenhydratreichen Nahrungsmittel. Aber auch auf Erdbeeren ist diese Unterart besonders häufig zu finden, genauso wie auf Papaya, Pflaumen oder Süßkartoffeln. Konservierungsstoffe wie Kalziumpropionat und Natriumbenzoat können das Wachstum für einige Zeit aufhalten. Der Mikropilz wächst, indem er die Stolone in die Nahrungsmittel steckt. Dort wachsen dann die Rhizoide hinein und verwurzeln die Sporenträger. Vertreter der Gattung Rhizopus befallen auch Materialien wie Leder, Papier oder Tapeten.

Gesundheitliche Bedeutung von Rhizopus

Rhizopus-Arten können bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwere Pilzinfektionen hervorrufen. Die Unterart R. oryzae ist dabei der häufigste Verursacher der Zymomykose. In 90 Prozent der untersuchten rhinozerebralen Mykosen, bei der die Nasennebenhöhlen und der Respirationstrakt betroffen sind, wurde sie nachgewiesen. Es können aber auch die Haut, der Magen-Darm-Trakt oder das Brustraum betroffen sein. Ist der Sehnerv in Mitleidenschaft gezogen, kann es zur Erblindung kommen. Embolien und Thrombosen werden durch den Befall der Blutgefäße ausgelöst. Schwer verlaufende Formen der Infektion können auch in das Gehirn vordringen. Eine Zygomykose verläuft so meist tödlich.