Stemphylium SchimmelStemphylium – der pflanzenschädigende Schwärzepilz

Die Schimmelpilzgattung Stemphylum gehört zu den Schwärzepilzen (Dematiaceae). Bei diesen sind Hyphen und Konidien (Sporen) durch Melanineinlagerung dunkel gefärbt. Die Hauptfruchtform (Teleomorph) des Mikropilzes, die sich geschlechtlich vermehrt, ist Pleospora. Stemphylum-Arten sind weltweit verbreitet. Vor allem befallen sie abgestorbenes Pflanzenmaterial und Pflanzensamen. Manche Arten verursachen als phytopathogene Organismen Krankheiten bei Pflanzen.

So führt S. radicinum zur Wurzelfäule bei Karotten und S. botryosum zur Stemphyliumkrankheit bei Spargel. Letzterer wurde aus vielen verschiedenen Standorten isoliert, so zum Beispiel aus Wald, Wiese, Weizenfeldern, Rüben, Zitronen- und Kaffeeplantagen sowie aus Süßwasser, Laub und Baumrinde. Bei Absinken der relativen Feuchte gleichzeitig mit Lichteinwirkung werden die Konidien jedoch schnell zerstört.

Wachstum und Aussehen von Stemphylium

Kolonien von Stemphylium wachsen recht schnell. Sie haben eine samtige bis baumwollähnliche Textur. Das Myzel ist grau, braun oder braunschwarz gefärbt. Die separierten Hyphen sind hellbraun bis braun gefärbt. Die dunklen Konidien haben eine einfache oder verzweigte Struktur. Auf ihrer Oberfläche tragen sie blasenförmige Knötchen. Zudem haben sie diagonale und vertikale Scheidewände (multizelluläre Konidien). An der zentralen Scheidewand findet sich eine für Konidien dieser Gattung typische Verengung. Diese Schimmelpilzgattung mag es warm. Die optimale Temperatur zum Auskeimen der Konidien liegt bei 28 Grad Celsius. Dann geht alles ganz schnell. Nach anderthalb Stunden sind bereits mehr als 95 Prozent der Sporen ausgekeimt und nach drei Stunden kann eine Pflanze schon infiziert sein.

Stemphylium im Haushalt

Stemphylium wird oft auch in Innenräumen nachgewiesen, besonders in sehr feuchten Wohnungen. Allerdings gehört diese Gattung zu denjenigen, die in eher geringerer Konzentration vorliegen, so wie auch Mucor oder Rhizopus. In wesentlich höherer Konzentration findet man Aspergillus, Penicillium und Cladosporium. Bei ausreichender Feuchtigkeit befällt Stemphylium vor allem zellulosehaltige Materialien wie Tapeten und Holz. Die Mikropilze wachsen aber auch auf Kunststoffen, Leimen und Farbanstrichen. Es kann zu Farbveränderungen, Fleckenbildung und Abblättern der Farbe kommen. Werden Materialien wie Wolle, Leinen, Baumwolle oder Leder von Schimmelpilzen befallen, sind häufig auch Vertreter dieser Gattung beteiligt. Der Pilz wächst oft auch zusammen mit Cladosporium herbarum auf Kunststoffputz und Putzmörtel mit Polyvinylacetat-Anteil, was seine Identifizierung bei einem Schimmel Test erschweren kann.

Allergien durch Stemphylium

Einige Vertreter der GattungStemphylium bilden Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), so zum Beispiel das Pflanzengift Stemphylotoxin. In Zusammenhang mit Krankheiten spielen sie eher als phytopathogene Organismen eine wichtige Rolle. Sehr selten sind sie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem Verursacher einer Pilzinfektion, der sogenannten Phaeohyphomykose. Dabei kommt es zu schwarzen Verfärbungen der Haut (Nekrosen) verbunden mit einem Absterben der Hautzellen, da deren Sauerstoff- und Nährstoffversorgung unterbunden wird. Selten betrifft die Infektion die Nasennebenhöhlen und wandert hinauf bis ins Gehirn, wo sie schwere Gehirnhautentzündungen hervorrufen kann. Stemphylium ist für sensible Menschen als Allergen von Bedeutung. Gemeinsam mit der Gattung Alternaria sorgt der Schimmelpilz besonders in den USA für Fließschnupfen, Asthma und anderen allergischen Reaktionen.