Ergotalkaloide SchimmelErgotalkaloide in der Natur?

Ergotalkaloide werden von dem Schimmelpilz Claviceps purpurea gebildet. Dieser Schimmel wächst auf Getreideähren und führt durch Sklerotienbildung zum sogenannten Mutterkorn im Getreide. Das Mutterkorn hat eine längliche, kornähnliche Form. Besonders anfällig für die Kontamination mit Ergotalkaloiden sind die Getreidearten Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Dinkel. Das Mutterkorn vermehrt sich durch Herabfallen auf den Ackerboden. Dort überwintert es, bis im Frühjahr über dem Erdboden mehrere stielige Köpfchen mit zahlreichen Fruchtkörpern entstehen.

Der Wind und auch Insekten sind hauptverantwortlich, wenn es um die Verbreitung der Ascosporen geht, die dann offen blühende Ähren befallen. Normalerweise wird das Schimmelpilzgift allerdings bei der normalen Reinigung des Getreides entfernt.

Wirkung der Ergotalkaloide

Im Mittelalter wurden durch Ergotalkaloide bereits Epidemien ausgelöst. Das Mykotoxin kann in hohen Konzentrationen zu Gefäßverengung und Durchblutungsstörungen führen – es können Schlaganfall und Herzinfarkt drohen. Man spricht auch von dem sogenannten Ergotismus, wenn durch das Schimmelpilzgift reißende und brennende Schmerzen in den Gliedmaßen verursacht werden. Auch Durchblutungsstörungen im Herzmuskel und in den Nieren können folgen. Erbrechen, Wahnvorstellungen, Kopfschmerzen, Ohrensausen und Durchfall können Symptome einer hohen Konzentration Ergotalkaloide im Körper sein. Eine akute Vergiftung kann sogar zum Herzstillstand und somit zum Tod führen.

Ergotalkaloide – Anwendung im Alltag

Schimmelpilzgifte haben jedoch nicht nur negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Einige sind der Medizin sogar äußerst nützlich geworden. Ergotalkaloide werden heute in einigen Bereichen der Medizin erfolgreich angewendet. Die gefäßverengende und muskelstraffende Wirkung wird vor allem zur Einleitung von Geburtswehen genutzt. Aber auch zum Abstillen sowie zur Behandlung von Migräne und Parkinson kann das Schimmelpilzgift heutzutage seinen Nutzen für die Menschheit zeigen. Ergotalkaloide sind chemisch eng verwandt mit Lysergsäurediethylamid, das unter der Bezeichnung LSD schillernde Bekanntheit erlangte.