Fumonisin SchimmelFumonisine – Vorkommen in der Natur

Fumonisine sind Schimmelpilzgifte, die von verschiedenen Fusarienpilzen gebildet werden. In erster Linie sind Fusarium verticillioides und Fusarium proliferatum für die Produktion der Fumonisine verantwortlich. Das Schimmelpilzgift ist ubiquitär verbreitet – man findet es also überall. Fusarienpilze besiedeln in der Regel lebende Pflanzen auf Feldern. Es gibt bisher sechs bekannte Arten dieser Mykotoxine: Man unterscheidet zwischen den einzelnen Typen B1 bis B4 sowie FA1 und FA2. Fumonisine befallen meist Getreidearten, insbesondere Mais. Die befallenen Körner können eine rosa bis weinrote Farbe annehmen.

Der Typ B1 ist die giftigste Verbindung der Fumonisine. Sie sind chemisch sehr beständig, sodass es auch durch Lagerung nicht zu einer Abnahme der Schimmelpilzkonzentration kommt. Die hohe Wasserlöslichkeit macht jedoch eine Auswaschung möglich.

Fumonisine und ihre Wirkung auf Mensch und Tier

Fumonisine stehen im Verdacht, krebserregend auf den Menschen zu wirken. Seine kanzerogene Wirkung in Form von Speiseröhrenkrebs wurde vor allem bei Personen festgestellt, die vermehrt Mais zu sich nahmen. Auch eine erhöhte Rate embryonaler Fehlbildungen wurde in der Vergangenheit mit dem Schimmelpilzgift in Verbindung gebracht. Fumonisine sollen insbesondere mitverantwortlich für Spina bifida beim Embryo sein – besser bekannt als „offener Rücken“. Bei Pferden können diese Schimmelpilzgifte eine tödliche Gehirnerkrankung verursachen, ebenso wie eine Krankheit bei Schweinen, die bei den Tieren zur Wasserbildung in der Lunge führen kann.

Fumonisine – Kontakt im Alltag

In Lebensmitteln und Futtermitteln sind vor allem die Typen B1, B2 und B3 von zentraler Bedeutung. B1 wird hierbei am häufigsten und auch in den höchsten Konzentrationen nachgewiesen. Um Fusarienwachstum in Warenlagern zu vermeiden, wird die Einlagerung des Ernteguts mit einem Wassergehalt von maximal 14 % empfohlen. Eine vorherige Trocknung der Ernte kann die Ausbreitung des Schimmelpilzes verhindern. Die tolerierbare Höchstmenge für den Menschen liegt bei 2 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei starkem Erhitzen (über 190°C) und gleichzeitiger Druckpressung verringert sich die Konzentration des Mykotoxins im Getreide. Der einheimische Mais weist in der Regel nicht so hohe Gift-Konzentrationen auf, wie Produktionen aus Kanada, USA, Südamerika, Afrika und den asiatischen Ländern oder Südeuropa.