Tenuazonsäure SchimmelTenuazonsäure in Pflanzen und Böden

Tenuazonsäure ist ein Schimmelpilzgift, das hauptsächlich von der Gattung Alternaria produziert wird. Vor allem Alternaria alternata und Alternaria tenuissima sind für die Entstehung des Mykotoxins Tenuazonsäure, das erstmals 1958 aus Alternaria teniuissima isoliert werden konnte, verantwortlich. Das produzierenden Arten kommen in der Natur überall vor. Meistens sind Erdböden, Pflanzen oder Getreidearten betroffen, doch auch auf Lebensmitteln und im Wohnbereich kann der saprophyle Pilz, der sich auch von toten cellulosehaltigen Materialien, wie Tapeten und Papier ernähren kann, hervorragend gedeihen.

Wirkung von Tenuazonsäure

Tenuazonsäure kann verschiedene Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Die hohe akute Toxizität dieses Schimmelpilzgiftes kann zu einer Schädigung des Blutbildes führen. Darüber hinaus wird das Schimmelpilzgift mit einer zytotoxischen (zellgiftigen) und einer phytotoxischen (pflanzengiftigen) Wirkung in Verbindung gebracht. Auch eine insektizide Wirkung wurde nachgewiesen. Zudem wirkt es antibakteriell und antiviral. Welche genauen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für den menschlichen Köper durch eine überhöhte Einnahme des Schimmelpilzgiftes entstehen, ist noch nicht ausreichend erforscht. Lediglich allergische Reaktionen beim Menschen – verursacht durch den Schimmelpilz Alternaria alternata, der dieses Mykotoxin produziert, sind bekannt. Symptome wie Husten, Asthma und Nesselfieber können auftreten.

Tenuazonsäure – auch im Alltag

Die Schimmelpilze, die das Schimmelpilzgift Tenuazonsäure produzieren, sind ubiquitär. Die Pilzsporen werden durch die Luft übertragen und gelangen so auch in Wohnräume und auf Lebensmittel. Häufig nachgewiesen wurde Tenuazonsäure bereits in Getreide und Getreideprodukten, Bier und Tomatenprodukten. Entnommene Proben aus verschiedenen Arten von Babynahrung wiesen bisher nur geringe Konzentrationen auf. Lediglich in Hirseprodukten wurden auch etwas höhere Konzentrationen gefunden. Ob und durch welche Konzentration gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen können, ist bislang nicht ausreichend geklärt. Fakt ist, dass die optimale Wachstumstemperatur von Alternaria tenuissima bei einer Temperatur von 28 °C liegt. Erst bei unter 4-6°C werden die Pilzvermehrung und die Produktion des Mykotoxins eingestellt.